Rudolf Stang (1831 – 1927) Rudolf Stang war Kupferstecher und Radierer, genauer gesagt, er war Reproduktionsstecher, da seine Motive vorwiegend von großen Meistern der Malerei, wie Raffael, Leonardo da Vinci, Franz Hals, van Dyck etc. stammen. Er wurde in Düsseldorf geboren und besuchte dort die Kunstakademie. Sein Lehrer war Professor Josef Keller, dessen bekanntestes Werk „Disputà" nach Raffael war. Mit 30 Jahren war Rudolf Stang bereits als Kupferstecher anerkannt. Das erste große Werk war die Reproduktion der berühmten Lo Sposalizio (Die Vermählung) nach Raffael. Dieses Werk brachte ihm allgemeine Anerkennung; die preußische Regierung verlieh ihm sogar den Professorentitel. Die höchste Stufe seiner Berühmtheit erlangte Rudolf Stang mit der Reproduktion des „Abendmahl" nach Leonardo da Vinci (il Cenacolo). Die Radierung „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten" nach van Dyck ist ebenso als eines der schönsten Reproduktionen anzusehen. Im Alter von 71 Jahren zog sich Rudolf Stang nach Boppard zurück. Da für Stechen und Radieren seine Sehkraft nicht mehr ausreichte, gab er sich nun ganz dem Malen hin. Es entstanden eine lange Reihe von Ölbildern mit vorwiegend religiösem Charakter. Home |